Das Eisbergmodell

(nach Paul Watzlawick)

Wie bei einem Eisberg ist beim Eisbergmodell 80% unter Wasser
Bei einem Eisberg liegen ca. 90% des Eises unter der Wasseroberfläche

Basierend auf der modernen Kommunikationsforschung unterscheidet Paul Watzlawick zwischen zwei Ebenen der Kommunikation, der Sach- und Beziehungsebene

Sachebene:

Bewusste Kommunikation: Austausch von Zahlen, Fakten, Daten, Inhalte, Gestik, Mimik, Worte.

Die Kommunikationspartner sprechen die gleiche Sprache um die Nachricht „codieren“ und „decodieren“ zu können. Diese Ebene liegt „über dem Wasser“ und entspricht ca. 10-20% des Eisbergs.

Beziehungsebene:

Unbewusste Kommunikation: Instinkte, Gefühle, Triebe, Werte, Mut, Misstrauen, Angst, Vertrauen, Bedürfnisse, Glaubenssätze, Haltung Widerstand, Stress, Erwartungen, Konflikte, Erfahrungen, Überforderung, Traumata.

Über die Beziehungsebene werden die Informationen zwischen Sender und Empfänger interpretiert. Ist der Austausch auf der Beziehungsebene erschwert hat dies ebenfalls Auswirkungen auch die Sachebene, die Beziehungsebene gilt daher als Sockel, dass die Sachebene nach oben „treibt“.

Diese Ebene liegt „unter dem Wasser“ und macht etwa 80-90% des Eisbergs aus.

Das Eisbergmodell verdeutlicht hierbei die sichtbaren und unsichtbaren Kommunikationsanteile. Während auf der bewussten, sachlichen Ebene Missverständnisse zwischen Sender und Empfänger relativ leicht gelöst werden können, wird der verborgene Teil der Kommunikation durch Gefühle, Werte, Bedürfnisse etc. maßgeblich beeinflusst. Bei einer bewussten Kommunikation können einige dieser Teile bewusst gesteuert werden, wenn diese jedoch Spontan geschieht laufen diese Programme unbewusst ab und können die Kommunikation negativ beeinflussen.

Erkenntnisse des Eisbergmodells:

Das Verständnis, dass Kommunikation höchst individuell ist, von den Erfahrungen, Werten und Bedürfnissen der beteiligten Personen abhängt, hilft Missverständnisse frühzeitig zu erkennen und diese zu entschlüsseln. Durch Sensibilisierung können Konflikte verstanden und gelöst werden. Oftmals reicht der Wechsel von der Sach- auf die Beziehungsebene, oder umgekehrt, um die Kommunikation voranzubringen.

Besonders aufwendig und zeitraubend sind Diskussionen, welche auf der Sachebene ausgetragen werden, obwohl diese auf der Beziehungsebene geführt werden sollten.

Das bewusste Auseinandersetzen mit seiner eigenen Person [Johari-Fenster], den eigenen Werten und Motiven, kann helfen, die eigene Kommunikation zu verbessern, konstruktive Kritik und Rückmeldung zu geben und selbst welche zu erhalten.

Beispiele:

  • Der Kommunikationspartner fühlt sich angegriffen, obwohl scheinbar nichts Schlimmes gesagt wurde
  • Das Gegenüber reagiert anders als eigentlich erwartet
  • Endlosdiskussionen ohne sichtbaren Klärungsfortschritt

Buchtipp: Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien von Paul Watzlawick

“Menschliche Kommunikation” von Paul Watzlawick ist ein Grundlagenwerk der Kommunikationsforschung, das die Komplexität zwischenmenschlicher Interaktion beleuchtet. Watzlawick präsentiert darin seine fünf Axiome der Kommunikation, die die Grundlagen für ein tieferes Verständnis von Kommunikationsprozessen bilden. Er zeigt auf, dass Kommunikation nicht nur auf der Inhaltsebene stattfindet, sondern auch auf der Beziehungsebene, und dass diese beiden Ebenen eng miteinander verknüpft sind. Durch die Darstellung von Beispielen und Fallstudien macht Watzlawick deutlich, wie Kommunikationsstörungen entstehen können und wie diese durch ein besseres Verständnis der Kommunikationsprozesse vermieden oder gelöst werden können. Das Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Theorie der Kommunikation interessieren und ein tieferes Verständnis für die zwischenmenschliche Interaktion gewinnen möchten.

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Manchmal muss man „auftauchen“ um die Kommunikation zu verbessern.
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